Augenöffner Erkenntnis: Die Luxus Falle-Perspektivwechsel

Schön hat er es sich zu Hause eingerichtet! Das Wohnzimmer im stylischen Look einer modernen Lounge, das Badezimmer mit begehbarer Dusche und ein kleiner Whirlpool in der Ecke.
Er, das ist ein Bekannter von mir, der in den letzten knapp 20 Jahren eine kleine, erfolgreiche Firma aufgebaut hat. Da ist es natürlich absolut verdient, wenn er es sich in seinem Leben gut gehen lässt. Als wir kürzlich telefonierten, meinte er allerdings, das er früher irgendwie glücklicher war, sich mehr gefreut hat. Seit einiger Zeit kann er sich kaum noch für etwas begeistern.
Mich hat das im ersten Augenblick verwundert. Nicht nur das kaum noch Motivation in seiner Stimme war, nein es war schlimmer, da schwang Langeweile ja sogar Frust in seinen Worten mit. Da stimmt etwas nicht, einen solchen Eindruck zu haben nach einem Telefonat mit einem Menschen der alles erreicht zu haben scheint. Das tolle Haus, der Sportwagen in der Garage und eine liebevolle Frau die auch mit über 40 noch Modeljobs hat.
Aber genau hier liegt die Wurzel allen Frustes, nein nicht in der hübschen liebevollen Frau, sondern in allem was er erreicht und sich geschaffen hat. Es ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Alles steht ihm immer zur Verfügung und ist nahe an der Perfektion. Was jetzt logischerweise Eintritt ist der Gewöhnungseffekt. Es ist nichts besonderes in den Whirlpool steigen zu können und zu entspannen. Auf Wunsch geht das ja täglich. Auch der Glanz in den Augen und das Lächeln um die Mundwinkel das in den ersten Monaten immer da war wenn er seinen Sportwagen aus der Garage fuhr ist der Gewohnheit gewichen. Selbst die Urlaube, die Hotels, irgendwie waren die früher luxuriöser. Um heute sein zu Hause zu toppen muss sich das Hotel schon richtig was einfallen lassen. Ja, keine Frage mein Bekannter hängt in der Luxus-Falle.

So kann das ja nicht weitergehen also raus aus dieser Ecke und handeln. Aber wie kommt man da raus? Haus verkaufen, Sportwagen verschenken und Scheidung einreichen? Stopp, Nein das geht auch besser. Drehen sie den Spieß bezüglich der Urlaube zuerst einmal um. Das heißt, der Urlaub ist jetzt genau das Gegenteil von luxuriös. Wenn sie trotzdem viel Geld ausgeben wollen, chartern sie ein Boot auf dem sie auch schlafen, das ist Camping auf dem Wasser mit Gemeinschaftsdusche im Hafen. Falls ihre erste Reaktion jetzt “Iiiih bloß nicht” ist, dann sind wir ganz nah am Ziel. Manchmal muss man ganz bewusst einen oder zwei, ja manchmal auch drei Schritte zurückgehen um erkennen zu können wie schön das ist was man die ganze Zeit um sich hat. Machen sie den Perspektivwechsel, öffnen sie die Augen einmal von einem anderen Standpunkt aus. So schaffen sie es, sich auch wieder an Kleinigkeiten zu erfreuen und nicht alles immer als Selbstverständlich anzusehen. Man muss im Leben nicht auf Luxus verzichten aber man muss dafür Sorgen, dass man ihn dauerhaft genießen kann und dankbar dafür sein.

Sales-Tipp #4: Zuhoeren statt Vortrag halten

Ja, OK, vielleicht sollte ich es einfach nicht mehr tun.

Aber auch ein Verkaufstrainer muss irgendwann in ein Geschäft um etwas zu kaufen. So auch in der vergangenen Woche. Meine Frau und ich machten uns auf, ein neues Bett muss her. Bevor wir loszogen haben wir einen guten Tipp bekommen, welches System einen geruhsamen Schlaf besonders fördert. Also fix im Internet nach einem Händler von dieser Firma gesucht und dann ganz gezielt zu diesem Unternehmen gefahren.

Nach dem betreten des Ladens wurden wir auch gleich begrüßt und das auch noch sehr freundlich, definitiv Pluspunkte für den Verkäufer. Aber dann… nahm das Schicksal seinen lauf.

Ich fragte gezielt nach diesem Bettsystem das uns empfohlen wurde. Die Antwort war “Ja das haben wir oben aber schauen sie sich erst einmal hier unten nach einem Bettgestell um”. Ich nahm noch einen Anlauf und meinte dass wir sicher das passende Gestell finden, wenn wir wissen, worauf wir gut und gesund liegen. Die Antwort:”Ja so rum oder so rum, schauen sie sich erst einmal in Ruhe um”. Also gut, da wir ja zum “Gestell-gucken” verdonnert wurden liefen wir halt alleine durch die Ausstellung.

Aufsässig, wie wir als Kunden nun mal sind, suchten wir dann doch den Weg in die obere Etage. Wir fanden das System nach dem wir suchten und fingen an, uns damit zu beschäftigen. Als der Verkäufer wieder dazu kam, legte er sofort los und erzählte und erzählte und… erzählte. Keine Frage nach den Schlafgewohnheiten oder sonstigen Anforderungen unsererseits, nichts, nur viel gerede.

Ich kürze das Ganze mal ab, wir sind ohne zu kaufen aus dem Laden raus und haben uns auf der Website des Herstellers erst einmal informiert, nicht weil wir so gerne im Internet kaufen sondern weil wir regelrecht vertrieben wurden.

Deshalb ganz wichtig und immer wieder ein thema über das ich als Trainer stolpere, stellen sie Fragen und bitte bitte bitte HÖREN SIE GUT ZU! Denn zuhoeren statt Vortrag halten, gibt dem Kunden das gute Gefühl, dass er wichtig ist und sie sich auch für seine Belange interessieren. Dann klappt das auch mit dem Abschluß.