Richtig guter Service

Wann kann man denn mit Fug und Recht sagen, das war richtig guter Service? Natürlich ist es am Schönsten, wenn uns ein Unternehmen bereits von Anfang an begeistert. Da ist in Deutschland aber noch viel Luft nach oben. In den letzten Tagen hatte ich allerdings gleich zwei Erlebnisse, die aus meiner Sicht nach oben aus den normalen Verhaltensweisen vieler Mitarbeiter in Unternehmen herausstechen.

Vor einigen Tagen war ich abends mit einem neuen Kunden beim essen. Mit viel Sorgfalt hat mein Kunde das Restaurant ausgewählt in dem wir uns getroffen haben. Als ich mitbekam, dass es sich um ein Steakrestaurant handelte war ich äußerst glücklich, genau mein Geschmack. Der Service war nett und zuvorkommend und es roch schon sehr lecker. Nachdem wir beide die ersten bissen des Steaks genommen hatten, fragte mein Kunde recht vorsichtig ob es mir schmeckt. Meine ehrliche Antwort war, dass das Fleisch geschmacklich sehr gut ist, dass man sich aber eher durchbeißen muss. Mit anderen Worten, es war zäh und sehnig. Leider war auch das Fleisch meines Gesprächspartners genauso, lecker aber zäh. Auf die Frage des Kellners, ob alles in Ordnung sei, antworteten wir wahrheitsgemäß. Darauf reagierte der freundliche Herr mit einem verdutzten „Oh“. Mehr kam erst einmal nicht.

Als der Herr zum abräumen des Geschirrs kam sagte er ohne das wir nochmals gefragt hätten:“Vielen Dank für ihr ehrliches Feedback, wir haben das Fleisch probiert und die aktuelle Lieferung entspricht nicht unserem Standard. Das tut uns sehr leid und selbstverständlich gehen ihre beiden Essen aufs Haus.“ Wow, was für ein Eindruck hat das wohl auf uns gemacht. Aber vor allem, wo werde ich wohl essen gehen, wenn ich das nächste Mal in der Stadt bin?

Das zweite Erlebnis war hier in meiner neuen Heimatstadt in einem Restaurant in dem wir häufiger mal zum Mittagessen sind. Meine Assistentin trug eine flauschige Felljacke und als der Kellner kam und fragte was wir wollen, rutschte mir heraus „Eine Schüssel Frolic für die Dame mit dem Fell“. Auch dem Kellner entkam ein Lachen bei dem verdutzten Gesicht meiner Mitarbeiterin. Nachdem wir fertig gegessen hatten, räumte der Kellner ab und stellte meiner Mitarbeiterin ein Tellerchen mit 3 hausgemachten Pralinen hin mit den Worten “Bei so einem Chef braucht man was Süßes, das ist nur für Dich“. Klar haben sich die beiden dann über mein Gesicht amüsiert aber das war so charmant, dass auch hier völlig klar ist, wo wir auch in Zukunft gerne Mittagessen werden.

Genau diese Kleinigkeiten sind es, die richtig guten Service ausmachen und in beiden Fällen haben die Mitarbeiter super reagiert. Das zeigt, dass das wichtigste Gut eines Unternehmens die Mitarbeiter sind – nicht nur in der Gastronomie!

Sales-Tipp #5: Falsche Rücksicht oder die Angst vor dem Abschluss

Gerade bei der Angst vor dem Abschluss ist es wirklich spannend, was  manche Verkäufer so denken. Also zumindest ist es interessant, was sie mir erzählen. Damit meine ich allerdings keine Erfolgsgeschichten, die höre ich immer gerne, sondern ich meine damit die Ausreden, warum man keinen Abschluss gemacht hat. Da kristallisiert sich vor allem ein Phänomen heraus das immer mit dem Satz anfängt: “Ja aber ich kann doch nicht einfach…“. Ich kann doch nicht einfach fragen ob der Kunde das jetzt so kaufen möchte. Ich kann doch nicht einfach sofort auf den Kunden zugehen, Ich kann doch nicht einfach voraussetzen dass der Kunden schon alles gesehen hat und und und.

Das klingt alles ganz lieb nach Rücksichtnahme, ist aber nichts anderes als versteckte Angst. Angst vor Zurückweisung, Angst vor dem Abschluss, Angst davor ein „Nein“ zu kassieren oder Angst davor dem heiligen Kunden irgendwie zu nahe zu treten.

Um Missverständnissen vorzubeugen, ich bin ein ganz großer Fan von Rücksicht unter den Menschen aber ich bin kein Freund von Angst, die sich unter dem Mäntelchen der Rücksicht versteckt.

Fragen Sie sich als Verkäufer also einfach, was denn schlimmstenfalls passiert. Sie Fragen den Kunden nach dem Abschluss (besser Sie beschließen den Abschluss, dazu gibt es ein youtube Video von mir http://youtu.be/Izhp1vGsjpw )und der Kunde sagt „NEIN“. Was ist denn jetzt Schlimmes vorgefallen? Richtig, gar nichts! Der Kunde hat uns nur eine weitere Herausforderung auf dem Weg zum Umsatz gegeben. Also los, meistern sie diese, springen Sie über die Hürde und zwar locker mit einem Lächeln. Das ist sehr oft der Unterschied zwischen einem Amateurverkäufer und einem Profi. Nehmen sie das „NEIN“ als Ansporn, als Aufgabe, mit dem Kunden weiterzuarbeiten um dann doch noch ein überzeugtes „JA“ vom Kunden zu bekommen. Ach und falls es Ihnen schwer fällt, über diese Hürde zu kommen, machen Sie es wie die richtigen Hürdenläufer… TRAINIEREN SIE ES!!!

Bis zum nächsten Blogeintrag,

Ihr

Martin Sänger

Sales-Tipp #4: Zuhoeren statt Vortrag halten

Ja, OK, vielleicht sollte ich es einfach nicht mehr tun.

Aber auch ein Verkaufstrainer muss irgendwann in ein Geschäft um etwas zu kaufen. So auch in der vergangenen Woche. Meine Frau und ich machten uns auf, ein neues Bett muss her. Bevor wir loszogen haben wir einen guten Tipp bekommen, welches System einen geruhsamen Schlaf besonders fördert. Also fix im Internet nach einem Händler von dieser Firma gesucht und dann ganz gezielt zu diesem Unternehmen gefahren.

Nach dem betreten des Ladens wurden wir auch gleich begrüßt und das auch noch sehr freundlich, definitiv Pluspunkte für den Verkäufer. Aber dann… nahm das Schicksal seinen lauf.

Ich fragte gezielt nach diesem Bettsystem das uns empfohlen wurde. Die Antwort war “Ja das haben wir oben aber schauen sie sich erst einmal hier unten nach einem Bettgestell um”. Ich nahm noch einen Anlauf und meinte dass wir sicher das passende Gestell finden, wenn wir wissen, worauf wir gut und gesund liegen. Die Antwort:”Ja so rum oder so rum, schauen sie sich erst einmal in Ruhe um”. Also gut, da wir ja zum “Gestell-gucken” verdonnert wurden liefen wir halt alleine durch die Ausstellung.

Aufsässig, wie wir als Kunden nun mal sind, suchten wir dann doch den Weg in die obere Etage. Wir fanden das System nach dem wir suchten und fingen an, uns damit zu beschäftigen. Als der Verkäufer wieder dazu kam, legte er sofort los und erzählte und erzählte und… erzählte. Keine Frage nach den Schlafgewohnheiten oder sonstigen Anforderungen unsererseits, nichts, nur viel gerede.

Ich kürze das Ganze mal ab, wir sind ohne zu kaufen aus dem Laden raus und haben uns auf der Website des Herstellers erst einmal informiert, nicht weil wir so gerne im Internet kaufen sondern weil wir regelrecht vertrieben wurden.

Deshalb ganz wichtig und immer wieder ein thema über das ich als Trainer stolpere, stellen sie Fragen und bitte bitte bitte HÖREN SIE GUT ZU! Denn zuhoeren statt Vortrag halten, gibt dem Kunden das gute Gefühl, dass er wichtig ist und sie sich auch für seine Belange interessieren. Dann klappt das auch mit dem Abschluß.

Sales-Tipp #3: Die gute, alte Kundenbrille…

Das ist nun wirklich keine bahnbrechende Neuigkeit, dass man im Vertrieb immer wieder die Kundenbrille aufsetzen soll. Das bedeutet, dass man sich in die Lage des Kunden versetzt, seinen Standpunkt erkennt und somit auch sieht, wie und was der Kunde wirklich braucht und möchte.
Besonders wichtig ist dieses Vorgehen, wenn sie ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung über Partner anbieten. Hier gilt es, den Partner dazu zu bringen,Ihr Produkt gerne und immer wieder anzubieten und zu verkaufen. Meist ist es aber so, dass ihr Partner noch Alternativen zu dem von ihnen angebotenen Leistungen oder Produkten hat. Genau hier zählt das “Kundenbrillen-Prinzip” umso mehr. Wenn sie einmal in die Rolle ihres Geschäftspartners schlüpfen und auf diese Weise herausfinden, was ihn wirklich SEINEM Ziel näherbringt, dann haben Sie einen Ansatz, was Sie tun können um ihm dabei zu helfen.
Wenn Sie also derjenige sind, der den Händler/Partner besser versteht und ihn dabei unterstützt seine Ziele zu erreichen, dann werden sie automatisch auch der sein, zu dessen Produkt oder Dienstleistung ihr Partner lieber greift.
Also machen Sie sich vor dem nächsten Kontakt einmal Gedanken, wie sie ihren Händler unterstützen können, ziehen sie einmal seine “Brille” auf und schauen sie hindurch. Sie werden verblüfft sein, wie anders die Welt dann manchmal aussieht – reagieren Sie entsprechend darauf!

Sales Tipp #2: Begeisterung ist die Übererfüllung von Erwartungen

Ja, das Thema „Begeisterung“ ist auch ein Klassiker im Verkauf. „Begeistern Sie ihre Kunden und stellen sie diese nicht einfach nur zufrieden“, das habe ich selbst bereits vor knapp 20 Jahren in meinem ersten Verkaufstraining gehört. Allerdings habe ich selbst vor kurzem wieder erfahren, wie man sich als Kunde fühlt, wenn Erwartungen weit übertroffen werden.

Über ein langes Wochenende beschlossen meine Frau und ich nach Italien zu fahren um ein paar kurze Tage auszuspannen. Wir suchten im Internet und fanden ein, wie wir dachten, nettes kleines Hotel in den Bergen um den Lago d `Iseo herum. Aufgrund der Fotos haben wir uns eher eine etwas größere, ausgebaute Finka vorgestellt. Wir waren also eingestellt auf eine rustikale Umgebung, einen „normalen“ Empfang und dann vielleicht die Möglichkeit etwas Schinken und Salami auf einem Holzbrett serviert zu bekommen. Zu diesen Vorstellungen passte auch der Preis, der wirklich sehr günstig war.

Das Hotel war ziemlich schwer zu finden. Wir wollten auch auf alle elektronischen Helferlein verzichten und fuhren altmodisch nach Karte. Irgendwann standen wir vor einem Torbogen hinter dem eine lange Auffahrt zu einem sehr herrschaftlichen Anwesen hinaufführte. Da erkannt ich plötzlich einen Teil des Hauses wieder, es sah genauso aus wie im Internet auf den Fotos. Wir waren baff und führen zögerlich die Auffahrt hinauf. Ich mache es kurz, wir sind in einem wundervollen, sehr luxuriösen Hotel gelandet und wurden perfekt empfangen. Das Restaurant, wo ich eigentlich Speck und Salami auf einem Holzbrett erwartet hatte, stellte sich als sternewürdig heraus, die Weinkarte ließ keine Wünsche offen.

Was hat das nun alles mit verkaufen zu tun? Sehr einfach, wenn wir im Verkauf ganz normal unseren Job machen, dann ist es reiner Zufall wenn wir einmal die Kundenerwartungen übertreffen. Kennen Sie denn überhaupt die Erwartungen ihrer Kunden? Was verspricht sich der Kunde wenn er einen Termin mit ihnen vereinbart hat? Was erwartet er wenn er ihren Laden betritt? Nehmen sie sich die Zeit, einmal über diese Fragen nachzudenken. Wenn sie die Antwort kennen oder zumindest nahe dran sind, dann überlegen sie doch einfach einmal, was der Kunde nicht erwartet, was er aber vermutlich als sehr positiv oder hilfreich empfinden könnte. Keine Angst, dass muss jetzt nicht die große Zirkusnummer sein sondern eine Kleinigkeit die der Kunde so aber nicht erwartet. Das kann oft auch schon die Tatsache sein, dass sie gut vorbereitet in den Termin gehen. Lesen sie so kurz wie möglich vor dem Meeting mit ihrem Kunden nochmals die News auf dessen Website. Beziehen sie sich darauf gerne schon im Small-Talk. Falls sie ein Ladengeschäft haben, bieten sie den Kunden doch beim eintreten bereits ein Getränk an, aber bitte nicht mit den Worten „Möchten Sie etwas trinken?“. Diese geschlossen Frage wird meist aus Höflichkeit verneint.

Besser ist die Frage „Was möchten Sie gerne trinken, Kaffee, Cappuccino, Wasser oder ein Orangensaft?“

Wenn Sie also die Kundenwünsche kennen und es dann schaffen, diese zu übertreffen, dann lösen sie Begeisterung aus. Nachzulesen ist dies auch wenn sie im Internet nach dem KANO Modell googlen. Da wurde das Thema Begeisterung erforscht.

SALES-TIPP #1: Vermeiden Sie Behauptungen oder Unterstellungen im Verkauf

Ein Beispiel aus dem Verkauf im Möbelhandel. Wenn Sie als Verkäufer auf einen Kunden zugehen, der bereits in einer Polstergarnitur sitzt, behaupten sie nicht “Das sieht aber bequem aus”. Selbst wenn es so aussieht, wir wissen es nicht! Fragen Sie lieber nach “Wie sitzen sie auf der Garnitur?” Das ist neutral und zeigt Interesse.

 

Im B2B Bereich vermeiden Sie bitte aussagen wie “Bei Firmen wie der ihren ist es ja immer so…” Jedes Unternehmen ist im Normalfall darum bemüht, bei nicht ganz so guten Dingen, eben genau anders zu sein als alle anderen. Auch hier hilft eine neutrale Nachfrage “Wie wird das Thema bei Ihnen behandelt?”

 

Wenn Sie das berücksichtigen vermeiden sie unnötige Konflikte und Abehnung. Somit gewinnen Sie Sympathie und vielleicht dann auch etwas einfacher den Kunden. Viel Erfolg!

Vertriebsvortrag: “gefällt mir” was Verkäufer von Facebook & Co. lernen sollten

Ein Vertriebsvortrag auf der Basis von social-media

 

Kein Zweifel, die sozialen Netze sind extrem erfolgreich. Wer in 8 Jahren knapp 900 Millionen Menschen dazu bringt, ständig mit dem Unternehmen verbunden zu sein, der muss etwas sehr richtig machen. Was steckt dahinter? Was verbirgt sich hinter dieser „Facebookmanie“? Aber vor allem ist spannend, warum sich die Nutzer bei Facebook, XING, LinkedIn oder google+ so verhalten, wie sie sich verhalten. Was macht den Reiz aus, die Welt wissen zu lassen, dass man gerade im Stau steht? Zu welchem Zweck dient denn der „gefällt mir“ Button? Und warum um Gottes Willen muss jeder wissen was ich gerade esse?

Keine Angst, das ist kein Vortrag wie man die sozialen Netze benutzt, das finden die User sehr schnell selber raus, auch wenn dem einen oder anderen mancher Sinn verborgen bleibt. Aber wer die Psychologie dahinter entschlüsselt und sie dann gezielt zum Beispiel auf den Verkauf und auf seine tägliche Kommunikation anwendet, der wird im Umgang mit dem anderen Menschen und dem Kunden von morgen deutlich erfolgreicher sein als andere.

Diese und andere Themen erleben Sie humorvoll und aktuell in dem Vortrag social media von Martin Sänger.